| 8.207 | Patient*innen, die aktiv auf der Warteliste stehen (Stand 01. Januar 2026). |
| 4.638 | Neue Patient*innen auf der Warteliste (im Jahr 2025) |
| 3.592 | Organtransplantationen verstorbener Spender*innen (im Jahr 2025) |
| 83.577.000 | Gesamtzahl der Bevölkerung in Deutschland |
Wie funktioniert die Warteliste?
Die Aufnahme auf die Warteliste erfolgt in Transplantationszentren, nachdem Fachärzt*innen sorgfältig überprüft haben, ob eine Transplantation medizinisch notwendig ist und Erfolg bringen würde.2 Die Daten werden dann an die europäische Stiftung Eurotransplant weitergeleitet, welche Organspenden zwischen acht europäischen Ländern (Belgien, Deutschland, Kroatien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Ungarn und Slowenien) vermittelt.1,2 Zentral sind aktuell etwa 14.000 Patient*innen gelistet, wodurch fast alle Spenderorgane an geeignete Empfänger*innen übergeben werden können.1
Ein Computeralgorithmus von Eurotransplant erstellt eine Rangliste, basierend auf Faktoren wie Wartezeit sowie medizinische Kriterien.2 Zu diesen zählen: Eine identische Blutgruppe zwischen Spender*innen und Empfänger*innen, eine möglichst hohe Übereinstimmung von humanen Leukozyten-Antigenen (HLA) und eine Ähnlichkeit in Gewicht und Größe.2
Voraussetzungen für die Aufnahme
Um sicherzustellen, dass die Empfänger*innen für eine Organspende geeignet sind, müssen vor Aufnahme auf die Warteliste bestimmte Kriterien erfüllt werden.4 Dazu sind psychologische und körperliche Untersuchungen notwendig, welche den Bedarf einer Transplantation und deren Erfolgsaussicht analysieren.4
Für z. B. eine Nierentransplantation sind dabei folgende Untersuchungen erforderlich:3
- Nierenfunktion und Zustand der Nieren: Überprüfung der Nierengefäße und urologische Untersuchungen
- Gesundheitszustand: Ausschluss von Infektionen oder Krebserkrankungen, Überprüfung des Herz-Kreislauf-Systems, Lungenfunktionstests, zahnärztliche Untersuchung
- Blutuntersuchung: Bestimmung von Blutgruppe und HLA
- Psychologische Beurteilung
Patient*innen mit malignen Tumoren, schwerwiegenden Erkrankungen anderer Organe oder einer HIV-Infektion sind nicht für den Erhalt einer Nierenspende geeignet.4 Werden die Voraussetzungen erfüllt und liegt eine irreversible, terminale Niereninsuffizienz vor, werden die Patient*innen auf die Transplantationsliste aufgenommen.4
Auch bei Lebertransplantation müssen schwerwiegende Erkrankungen ausgeschlossen werden, welche sich negativ auf den Erfolg der Transplantation auswirken könnten.4 Zusätzlich ist bei einer Lebertransplantation aufgrund alkoholbedingter Leberzirrhose eine hohe Therapieadhärenz obligatorisch, auch nach der Transplantation.4 Vor der Transplantation ist ein Nachweis einer völligen Alkoholabstinenz von mindestens sechs Monaten vorgeschrieben.3
Dringende Fälle mit akuter Lebensgefahr werden priorisiert und weiter oben auf der Transplantationsliste aufgeführt.2 Der Transportweg zwischen Organentnahme- und Transplantationsort beeinflusst ebenfalls die Auswahl der Empfänger*innen.2
Ablauf der Organtransplantation
Patient*innen auf der Warteliste sollten jederzeit erreichbar sein, da Organentnahme, Transport und Transplantation schnell erfolgen müssen.2 Das Organ muss innerhalb weniger Stunden transplantiert werden.5
Werden potenzielle Spender*innen gemeldet, werden geeignete Empfänger*innen durch Eurotransplant ermittelt.5 Dabei wird berücksichtigt:5
- Blutgruppen- und Gewebeverträglichkeit
- Dringlichkeit und Wartezeit
- Distanz zwischen Spender*in und Empfänger*in, um Organschäden aufgrund langer Fahrtzeiten zu vermeiden
Bei Eignung des Spenderorgans werden die jeweiligen Empfänger*innen benachrichtigt, das Spenderorgan wird entnommen und so schnell wie möglich zum Transplantationszentrum gebracht.5 Während des Transports werden Empfänger*innen untersucht, auf dieTransplantation vorbereitet und eine immunsuppressive Therapie eingeleitet.5 Die Transplantation sollte direkt nach Eintreffen des Organs erfolgen.5
Aufgrund all dieser Kriterien variieren die Wartezeiten erheblich und sind schwer vorhersehbar.2 Der Jahresbericht 2024 der Deutschen Stiftung Organspende zeigt zudem, dass auch das Sterberisiko auf der Warteliste je nach Organ und Erkrankung unterschiedlich ist.3 In einem weiteren Beitrag werden wir daher genauer auf die sogenannte Wartelisten-Mortalität eingehen.
Abkürzung
Referenzen
- Eurotransplant. Deutschland. https://www.eurotransplant.org/region/deutschland/ (zuletzt abgerufen: März 2026).
- Transplant-Wissen. Hoffnung auf ein Organ - Wie funktionieren Wartelisten? https://www.transplant-wissen.de/hoffnung-auf-ein-organ-wie-funktionieren-wartelisten/ (zuletzt abgerufen: März 2026).
- Deutsche Stiftung Organtransplantation. Jahresbericht Organspende und Transplantation in Deutschland 2024. https://dso.de/SiteCollectionDocuments/DSO-Jahresbericht2024.pdf (zuletzt abgerufen: März 2026).
- Transplant-Wissen. Voraussetzungen zur Aufnahme auf die Transplantationswarteliste und Voruntersuchungen. https://www.transplant-wissen.de/voraussetzungen-zur-aufnahme-auf-die-transplantationswarteliste-und-voruntersuchungen/ (zuletzt abgerufen: März 2026).
- Transplant-Wissen, Es steht ein Organ zur Transplantation bereit - wie ist der Ablauf. https://www.transplant-wissen.de/es-steht-ein-organ-zur-transplantation-bereit-wie-ist-der-ablauf/ (zuletzt abgerufen: März 2026).
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