Warum das Hautkrebsrisiko nach einer Transplantation steigt
Der langfristige Erfolg einer Organtransplantation hängt von einer wirksamen Immunsuppression ab.3 Diese verhindert die immunologische Abstoßung des Transplantats, geht jedoch gleichzeitig mit einer Einschränkung der körpereigenen Tumorüberwachung einher.3,4
Die lebenslange Immunsuppression stellt einen der wichtigsten Risikofaktoren für die Entwicklung von Hautmalignomen nach Organtransplantation dar. Dabei scheint nicht nur die immunsuppressive Therapie selbst, sondern auch ihre Intensität und Dauer relevant zu sein.5 Vereinfacht gilt: Mit zunehmender kumulativer immunsuppressiver Belastung steigt das Risiko für die Entstehung von Hauttumoren.5 Neben Intensität und Dauer der Immunsuppression gibt es Hinweise darauf, dass auch die Wahl der immunsuppressiven Substanzen das Risiko für bestimmte Malignome beeinflussen kann. Insbesondere für kutane Plattenepithelkarzinome wurden Unterschiede zwischen verschiedenen Wirkstoffklassenbeschrieben. Insbesondere für mTOR-Inhibitoren gibt es Hinweise auf ein geringeres Risiko für nachfolgende kutane Plattenepithelkarzinome im Vergleich zu Calcineurin-Inhibitoren.6 Die individuelle Gestaltung der Immunsuppression bleibt dabei stets eine sorgfältige Abwägung zwischen Transplantatschutz und Langzeitkomplikationen.
Hautkrebs bei Organtransplantierten: Häufiger, früher, aggressiver
In einer Kohortenstudie aus Deutschland wurde bei Organtransplantierten eine kumulative Inzidenz für nicht-melanozytäre Hauttumoren von 20,5 % beschrieben sowie eine Risikosteigerung um das rund 50-Fache gegenüber der Allgemeinbevölkerung.2,7
Bemerkenswert ist dabei nicht nur die höhere Inzidenz, sondern auch das häufig aggressivere biologische Verhalten der Tumoren. Hautmalignome treten oftmals in jüngeren Lebensjahren auf und zeigen eine erhöhte Rezidivneigung.8 Das individuelle Risiko wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst.
| Risikofaktoren |
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Prävention beginnt beim UV-Schutz
| UV-Schutzmaßnahmen1 |
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Die Haut im Blick behalten
Neben der Prävention kommt der Früherkennung eine entscheidende Rolle zu. Die medizinischen Fachgesellschaften empfehlen regelmäßige dermatologische Kontrollen für alle Organtransplantierten.2
Für Patient*innen ohne zusätzliche Risikofaktoren wird in der Regel eine jährliche hautärztliche Untersuchung empfohlen.2 Bei erhöhtem Risiko oder bereits aufgetretenen Hauttumoren können halbjährliche oder noch engmaschigere Kontrollen sinnvoll sein.2
Ergänzend sollte die strukturierte Selbstuntersuchung der Haut gefördert werden.2 Die ABCDE-Regel bietet dabei eine einfache Orientierung zur Einschätzung pigmentierter Hautveränderungen.11
| Die ABCDE-Regel11 |
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Früher erkennen, besser behandeln
Referenzen
- Bundesamt für Strahlenschutz. Sonne und Sonnenschutz – UV-Strahlung und ihre Wirkung. URL: https://www.bfs.de/SharedDocs/Downloads/BfS/DE/broschueren/opt/strko-sonne-und-sonnenschutz.pdf (zuletzt abgerufen am: 01.06.2026).
- Ulrich C et al. Skin changes following organ transplantation—an interdisciplinary challenge. Dtsch Arztebl Int.2014;111(11):188–94.
- Lebertransplantierte Deutschland e.V. Immunsystem und Immunsuppressiva.Unter: https://lebertransplantation.eu/transplantation/nach-der-transplantation/immunsystem-und-immunsuppres-siva (zuletzt abgerufen am: 01.06.2026).
- Martinez OM et al. Molecular and immunologic mechanisms of cancer pathogenesis in solid organ transplant reci-pients. Am J Transplant. 2008;8(11):2205-11.
- Schrem H et al. Aftercare for patients with transplanted organs. Dtsch Arztebl Int. 2009 Feb;106(9):148-56.
- Stratigos AJ et al. European consensus-based interdisciplinary guideline for invasive cutaneous squamous cell car-cinoma. Part 1: Diagnostics and prevention-Update 2023. Eur J Cancer. 2023;193:113251.
- Wimmer CD et al. The janus face of immunosuppression - de novo malignancy after renal transplantation: the expe-rience of the Transplantation Center Munich. Kidney Int. 2007;71(12):1271-8.
- Stasko T et al. International Transplant-Skin Cancer Collaborative; European Skin Care in Organ Transplant PatientsNetwork. Guidelines for the management of squamous cell carcinoma in organ transplant recipients. DermatolSurg. 2004;30(4 Pt 2):642-50.
- Jensen AO et al. Skin cancer risk among solid organ recipients: a nationwide cohort study in Denmark. Acta DermVenereol. 2010;90(5):474-9.
- De Rosa N et al. Nonmelanoma Skin Cancer Frequency and Risk Factors in Australian Heart and Lung TransplantRecipients. JAMA Dermatol. 2019;155(6):716-719.
- Deutsches Krebsforschungszentrum. Symptome von Hautkrebs: Warnzeichen erkennen. Unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/hautkrebs/symptome (zuletzt abgerufen am: 01.06.2026).
Bildquelle: iStock.com/matucha
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