Eine Exazerbation ist definiert als ein Ereignis, das
- durch verstärkte Dyspnoe und/oder Husten und Auswurf gekennzeichnet ist
- und sich innerhalb von < 14 Tagen verschlimmert,
- was mit Tachypnoe und/oder Tachykardie einhergehen kann
- und häufig mit einer verstlärkten lokalen und systemischen Entzündung einhergeht, die durch Infektionen, Umweltverschmutzung oder andere Beeinträchtigungen der Atemwege verursacht wird.1
Neu im GOLD-Report 2026: Risiko steigt bereitsnach einer einzigen moderaten oder schweren Exazerbation
Laut dem GOLD-Report 2026 erhöht bereits eine einzige moderate oder schwere Exazerbation das Risiko für nachfolgende Exazerbationen – auch schon vor Beginn einer pharmakologischen Erhaltungstherapie.1 Dieses Risiko steigt weiter an, wenn häufigere oder schwerere Exazerbationen auftreten.1
Daher soll ab jetzt eine einzige moderate oder schwere Exazerbation der Schwellenwert sein, um COPD-Patient*innen bei Diagnose in Gruppe E einzustufen (bezogen auf die Exazerbationen im Vorjahr) und im Behandlungsverlauf die Entscheidung über eine Intensivierung der Therapie zu treffen.1
Das Ziel dieser neuen Empfehlung ist es, einen Zustand geringer Krankheitsaktivität ohne Exazerbationen zu erreichen.
Exazerbationen vermeiden und dem Teufelskreis entgegenwirken
Nach einer Exazerbation: erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse und Tod
Kardiovaskuläre Ereignisse sind eine der Haupttodesursachen bei COPD-Patient*innen.6 Exazerbationen spielen in diesem Zusammenhang eine entscheidende Rolle, denn nach einer Exazerbation ist das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse lange erhöht: etwa 30 Tage nach einer moderaten Exazerbation und bis zu 1 Jahr nach einer schweren Exazerbation.7 Auch aus diesem Grund, sollten COPD-Exazerbationen unbedingt vorgebeugt werden und kardiovaskuläre Komorbiditäten bei COPDPatient*innen dringend erkannt und behandelt werden.1
Insgesamt erhöhen Exazerbationen das Mortalitätsrisiko bei COPD.1 3,6 Jahre nach einer schweren Exazerbation mit Hospitalisierung sind nur noch 50 % der Patient*innen am Leben. Nach 7,7 Jahren nur noch 25 % (Abb.3).5
Im Versorgungsalltag werden die Auswirkungen von COPD-Exazerbationen auf den weiteren Krankheitsverlauf oft unterschätzt, so Prof. Dr. med Frederik Trinkmann, geschäftsführender Oberarzt der Pneumologie und Beatmungsmedizin der Thoraxklinik Heidelberg. Er betont:
Exazerbationen werden in der Praxis häufig nicht erkannt
Referenzen
- Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease (GOLD). Global Strategy for the Diagnosis, Management, and Prevention of Chronic Obstructive Pulmonary Disease. GOLD Report 2026. www.goldcopd.org [Abgerufen am 20. Januar 2026].
- Watz H et al. (2018) Spirometric changes during exacerbations of COPD: a post hoc analysis of the WISDOM trial. Respir Res 19(1):251.
- Gheorghiade M et al. (2005) Pathophysiologic targets in the early phase of acute heart failure syndromes. Am J Cardiol 96(6a):11g-17g.
- Gladysheva ES et al. (2010) Influencing the decline of lung function in COPD: use of pharmacotherapy. Int J Chron Obstruct Pulmon Dis 5:153-64.
- Suissa S et al. (2012) Long-term natural history of chronic obstructive pulmonary disease: severe exacerbations and mortality. Thorax 67(11):957-63.
- Mannino DM et al. (2006) Global Initiative on Obstructive Lung Disease (GOLD) classification of lung disease and mortality: findings from the Atherosclerosis Risk in Communities (ARIC) study. Respir Med 100(1):115-22.
- Vogelmeier C et al. (2023) Increased risk of severe cardiovascular events following exacerbations of COPD: a multi-database cohort study. Eur Respir J 62(suppl 67):PA3013.
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