Thorax, 2026

 

Key Findings

  • Die Studie identifiziert bei sehr früh geborenen Überlebenden unterschiedliche Lungenfunktionstrajektorien von der Kindheit bis ins junge Erwachsenenalter, darunter eine relevante Gruppe mit progredienter Atemwegsobstruktion.
  • Besonders aussagekräftige Prädiktoren für abfallende Trajektorien waren eine niedrigere frühe kindliche FEV₁, Asthma-Diagnose, Bronchodilatator-Ansprechen und strukturelle Auffälligkeiten im CT; klassische neonatale Marker wie BPD waren weniger trennscharf.
  • Die Autor*innen leiten daraus ab, dass Frühgeburt ein relevanter Risikofaktor für eine frühe COPD-ähnliche Entwicklung ist und dass frühes Lungenfunktionsscreening sowie die Identifikation modifizierbarer Risikofaktoren klinisch wichtig sind. 

Take Home

  • Ein Teil sehr früh geborener Menschen zeigt schon ab der Kindheit eine ungünstige Lungenfunktionstrajektorie Richtung früher Atemwegsobstruktion – frühe Spirometrie und risikoorientiertes Follow-up sind entscheidend.

Link/DOI

Key Findings in Bezug auf Risikogruppen

  • GOLD versteht COPD als heterogene Erkrankung und betont die Notwendigkeit einer frühen Erkennung und korrekten Diagnose (u. a. über strukturierte Abklärung und Spirometrie).
  • Der Report adressiert die Individualisierung der Behandlung und die Bedeutung eines Risikoprofil-basierten Vorgehens (nicht nur „klassischer Raucher*innen“).
  • GOLD stellt aktuelle Empfehlungen zur Prävention, Diagnostik und Langzeitversorgung bereit und dient als internationaler Referenzrahmen. 


Take Home

  • GOLD 2026 unterstützt ein risikoorientiertes, frühes Vorgehen – COPD ist mehr als eine „Raucherkrankheit“.


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Wissenschaftliche Leitung: Dr. med. Bernd Seese, Thoraxzentrum Bezirk Unterfranken

 

Bei diesem spannenden Programm erfahren Sie mehr über mögliche Präventionsstrategien bei Frühgeborenen, die weiteren Risikofaktoren bei Kindern und Jugendlichen und mögliche Spätfolgen bei Erwachsenen mit chronischen Lungenerkrankungen. Zudem erfahren Sie, wie sich chronische pneumologische Erkrankungen auf die psychische Gesundheit auswirken können.

 

Zur Aufzeichnung: Von frühgeborenen zu erwachsenen Patient*innen mit chronischen Lungenerkrankungen

 

Referierende:

  • Frühgeborene und chronische Lungenprobleme – Präventionsstrategie in den ersten Lebenswochen
    Prof. Dr. med. Christoph Härtel, Universitätsklinikum Würzburg
  • COPD – eine Kinderkrankheit?
    Dr. med. Manuel Langer, Praxis Dres. Jarosch/Langer, Würzburg
  • Betrachtung Erwachsener mit chronischen Lungenerkrankungen
    Dr. med. Bernd Seese, Thoraxzentrum Bezirk Unterfranken
  • Chronische pulmonale Erkrankungen und psychische Gesundheit
    Prof. Dr. med. Maximilian Gahr, Krankenhaus für Psychiatrie Schloss Werneck
  • Diskussionsrunde mit dem Publikum
    Dr. med. Margareta Blankenbach, Thoraxzentrum Bezirk Unterfranken

Pediatric Research, 2025

 

Key Findings

  • Erwachsene, die sehr früh bzw. mit sehr niedrigem Geburtsgewicht geboren wurden (VLBW), zeigen auch im frühen Erwachsenenalter persistierende Lungenfunktionsdefizite im Vergleich zu Term-Kontrollen.
  • Die Studie vergleicht zudem Lungenfunktionswerte zwischen jungem Erwachsenenalter und später (Verlauf/Tracking). 

 

Take Home

  • Auch im frühen bis mittleren Erwachsenenalter zeigen Ex Frühgeborene messbare Lungenfunktionsdefizite – Anamnese + Spirometrie gehören zusammen

 

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ERJ Open Research, 2025


Key Findings

  • Frühgeburtlichkeit hat lebenslange Konsequenzen inkl. erhöhter respiratorischer und kardiovaskulärer Morbidität sowie reduzierter Lebenserwartung
  • Frühgeburt/BPD werden als Risikofaktoren für Lungenerkrankungen im Erwachsenenalter erkannt, die Awareness dafür ist gering, insbesondere bei Pneumolog*innen
  • Perinatale Anamnese wird in der Erwachsenenmedizin selten systematisch erhoben, häufig Informationsverluste entlang des Versorgungspfades
  • Lösung: Klare, einheitliche Empfehlungen zur Langzeit‑Nachsorge, bessere interdisziplinäre Kommunikation, kontinuierliche Fortbildung und ein lebenslang zugängliches elektronisches Patientenregister

 

Take Home

  • Unzureichende Awareness, mangelhafte interdisziplinäre Kommunikation und fehlende klare Nachsorge‑Leitlinien für Frühgeborene.

 

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Lancet Respir Med, 2024

 

Key Findings

  • Viele Überlebende nach Frühgeburt zeigen abnorme Lungenentwicklung und reduzierte maximale Lungenfunktion („lower peak lung function“).
  • Diese Defizite können sich über die Lebensspanne fortsetzen und damit das Risiko für COPD-ähnliche Verläufe erhöhen.
  • Der Artikel ordnet Frühgeburt als wachsende, bisher unterschätzte Herausforderung für die Atemwegsmedizin ein. 


Take Home

  • Frühgeburt kann die Lungenfunktion lebenslang prägen – und damit die Weichen Richtung COPD früh stellen.


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Eur Respir J, 2023

 

Key Findings

  • Frühgeburt ist über nordische Registerdaten hinweg mit einem etwa zwei- bis dreifach erhöhtem Risiko für Asthma und COPD im jungen/mittleren Erwachsenenalter assoziiert – besonders bei sehr früher Geburt oder BPD-Vorgeschichte.

 

Take Home

  • Frühgeburt erhöht messbar das COPD-Risiko im jungen/mittleren Erwachsenenalter – denken Sie daran, bevor Sie „atypisch“ abheften.


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Lancet Respir Med, 2022

 

Key Findings

  • Sehr bis moderat Frühgeborene haben mit 53 Jahren häufiger obstruktive Defizite und ein erhöhtes COPD-Risiko (post-BD FEV₁/FVC < LLN).
  • Der Effekt wird durch eigenes Rauchen weiter verstärkt. 

 

Take Home

  • Frühgeburt kann bis in die 6. Lebensdekade mit COPD-relevanter Obstruktion verbunden sein – Prävention und frühe Diagnostik lohnen sich.


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Thorax, 2017

 

Key Findings

  • Bei extrem früh-/sehr niedrig geborenen Überlebenden nahm die Atemwegsobstruktion von Kindheit bis späte Adoleszenz zu.
  • Die Arbeit zeigt damit ein Tracking/Progressionsmuster statt „Auswachsen“ der Problematik. 


Take Home

  • Obstruktion kann sich bei Ex-Frühgeborenen über Jahre verstärken – frühe Erkennung verhindert späte Überraschungen.


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NEJM, 2016

 

Key Findings

  • Frühe Lebensphasen (Entwicklung, frühe Expositionen) können zu persistierender Atemflusslimitierung beitragen.
  • Stützt das Konzept, COPD als Erkrankung mit Entwicklungs- und Trajektorienkomponente zu verstehen. 


Take Home

  • COPD hat oft Wurzeln in der Lungenentwicklung – Frühgeburt gehört damit in die Risikodenke.


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NEJM, 2015

 

Key Findings

  • COPD entsteht nicht nur durch schnellen Abfall, sondern kann auch bei Menschen entstehen, die mit niedriger FEV₁ ins Erwachsenenalter starten.
  • Niedrige frühe FEV₁ ist ein zentraler Baustein der COPD-Genese. 


Take Home

  • Wer mit niedriger Lungenfunktion startet, trägt ein COPD-Risiko – auch ohne klassischen „schnellen Abfall“-Verlauf.


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Der Pneumologe, 2014

 

Key Findings

  • Der Beitrag diskutiert COPD als Erkrankung, die früh im Leben „angelegt“ sein kann, u. a. über beeinträchtigte Lungenentwicklung.
  • Frühkindliche Einflüsse werden als relevant eingeordnet, um COPD nicht nur als spätes, tabakassoziiertes Problem zu betrachten. 


Take Home

  • COPD kann ihre Wurzeln in der Kindheit haben – und Frühgeburt gehört in diese Denkweise.


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Thorax, 2013

 

Key Findings

  • Frühgeburt ist über Studien hinweg mit einer reduzierten FEV₁ in späteren Lebensphasen assoziiert.
  • Der Effekt ist konsistent genug, um Frühgeburt als relevanten Risikofaktor für langfristige Lungenfunktionsdefizite zu betrachten. 


Take Home

  • Frühgeburt hinterlässt messbare Spuren in der Lungenfunktion – oft bis ins Erwachsenenalter.


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JAMA, 2009

 

Key Findings

  • Bronchopulmonale Dysplasie (BPD) nach Frühgeburt ist mit reduzierter maximaler Lungenfunktion assoziiert.
  • Die Publikation illustriert den „niedriger Start / geringere Reserve“-Mechanismus in der Entwicklung. 


Take Home

  • BPD steht für eine dauerhaft reduzierte „Lungenreserve“ – das prägt Risiko und Verlauf langfristig.


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PDF-Downloads

Infobroschüre: Mögliche Langzeitfolgen von Frühgeburt

Pneumo meets Neo: Frühe Wurzeln von Asthma und COPD

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