Asthma bronchiale gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen in der Schwangerschaft, rund jede 11. Schwangere (8,8 %) leidet daran. Man weiß, dass mütterliches Asthma das Risiko für die Kinder erhöht, mit niedrigerem Geburtsgewicht und Gestationsalter zur Welt zu kommen – beides wichtige Risikofaktoren für die Entwicklung einer Frühgeborenen-Retinopathie (ROP). Dies hat bei einer US-amerikanischen Arbeitsgruppe den Verdacht geweckt, dass mütterliches Asthma bronchiale das Risiko für ROP erhöhen könnte. Deshalb hat man diesen Zusammenhang in einer retrospektiven Beobachtungsstudie untersucht.
Dazu werteten die Forscher Daten von 2.237 Frühgeborenen aus, die zwischen Januar 2006 und Februar 2024 aufgrund ihrer Frühgeburtlichkeit oder ihres niedrigen Geburtsgewichts ein ROP-Screening erhalten hatten. An Asthma bronchiale litten die Mütter von 301 dieser Kinder (13,5 %). Das Gestationsalter der Frühgeborenen lag im Schnitt bei 202 Tagen, unabhängig davon, ob bei den Müttern Asthma vorlag oder nicht. Auch das durchschnittliche Geburtsgewicht war mit durchschnittlich 1104 vs. 1122 Gramm nahezu identisch.
Nach Bereinigung um Gestationsalter, Geburtsgewicht und Mehrlingsschwangerschaften ergab sich bei mütterlichem Asthma eine Erhöhung der Odds Ratio (OR) für eine ROP Grad 1 von 1,70 (95%-Konfidenzintervall [95%-CI] 1,11–2,60; p=0,015). Für eine ROP Grad 3 lag die OR bei 1,92 (95%-CI 1,18–3,12; p=0,008) und für eine ROP Grad 4 sogar bei 13,0 (95%-CI 2,76–60,9; p=0,001). Erstaunlicherweise war eine ähnliche Odds-Erhöhung für eine ROP Grad 2 nicht nachweisbar; die Autoren vermuten, dass die Studie diesbezüglich möglicherweise keine ausreichende statistische Power hatte. Insgesamt erhöhte mütterliches Asthma das Risiko einer therapiepflichtigen ROP bei den Kindern um das 1,87-Fache (95%-CI 1,13–3,08; p=0,0145).
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