Illustration einer menschlichen Lunge mit Proteinprofilen und molekularen Verbindungen.

Frühe Proteinprofile und BPD

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Die bronchopulmonale Dysplasie (BPD) betrifft insbesondere extrem unreife Frühgeborene und kann die Lungengesundheit langfristig beeinträchtigen. Doch die pathophysiologischen Mechanismen, die hinter dieser Erkrankung stecken, sind noch nicht vollständig geklärt. Als Risikofaktoren wurden neben einem niedrigen Gestationsalter auch intrauterine Wachstumsrestriktion sowie Entzündungsprozesse identifiziert. Eine aktuelle Studie hat nun versucht, aus dem Proteom-Muster in Serumproben extrem unreifer Frühgeborener Biomarker zu identifizieren, die mit einem erhöhten BPD-Risiko assoziiert sind. 

Dazu wurden bei 176 extrem unreifen Frühgeborenen, die mit weniger als 28 Gestationswochen zur Welt gekommen sind, jeweils am 1., 3., 7., 14. und 28. Lebenstag sowie anschließend etwa alle zwei Wochen bis zur Entlassung Serumproben genommen und auf ihren Proteingehalt hin untersucht. Im Schnitt wurden pro Kind 4,7 Serumproben gewonnen. Insgesamt 98 der Frühgeborenen (56 %) entwickelten im Verlauf eine BPD, sprich: benötigten im postmenstruellen Alter von 36 Wochen eine Art der Atemunterstützung. Bei 45 dieser Kinder genügte eine High-flow-Beatmung mit < 2 l/min, was als BPD Grad 1 gewertet wurde; 50 Kinder benötigten ≥ 2 l/min oder mehr (BPD Grad 2) und 3 wurden invasiv beatmet (BPD Grad 3). Die Frühgeborenen, die eine BPD entwickelten, hatten im Vergleich zu Kindern ohne BPD ein niedrigeres Gestationsalter von im Schnitt 25,1 vs. 26,4 Wochen und waren mit median 712 vs. 868 Gramm Geburtsgewicht leichter. Darüber hinaus unterschieden sie sich auch in den Proteinmuster-Verläufen ihrer Serumproben: So fand man bei ihnen höhere Konzentrationen des Interzellulären Adhäsionsmoleküls 1 (ICAM-1), des Lungen-Surfactant-assoziierten Proteins D (PSP-D) und des Multiplen Gerinnungsfaktormangel-Proteins 2 (MCFD2). Andere Proteine wie das Leukozyten-Differenzierungsantigen CD84, der Stammzellfaktor (SCF) und Syndecan-4 waren dagegen bei ihnen vermindert. Auch die Konzentrationsverläufe der Proteine im zeitlichen Verlauf wiesen Unterschiede auf. 

 

Allerdings lässt sich aufgrund des Studiendesigns nicht feststellen, ob die identifizierten Proteine die BPD-spezifische Biologie widerspiegeln oder ob sie eher Marker für den Schweregrad der Erkrankung bzw. ihre Behandlung darstellen. So könnten sie beispielsweise auch Folge einer länger andauernden mechanischen Beatmung oder der Gabe postnataler Kortikosteroide sein, schränken die Autoren ein. Dennoch wurden mehrere Kandidaten für Proteinbiomarker der BPD identifiziert, die in nachfolgenden Studien und größeren Kohorten weiter untersucht werden sollten. 

Referenz

Klevebro S, Panwar MB, Wackernagel D, Hansen Pupp I, Björkander S, Danielsson H, Uhlén M, Vallin L, Sävman K, Pivodic A, Hellström A, Nilsson AK. Early-life serum protein profiles associated with bronchopulmonary dysplasia in extremely preterm infants. Respir Res 2026; 27(1): 361.


Bildquelle: AI Generated

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